Warum Feuchtigkeit kritisch ist
Feuchtigkeit unter einer Abdichtung kann sich bei steigenden Temperaturen in Dampf umwandeln. Kann dieser Dampf nicht entweichen, entsteht Druck unter der Membran. Das kann von lokalen Blasen bis zu vollständigen Haftungsproblemen führen.
Deshalb bedeutet „für feuchte Untergründe geeignet“ niemals „ohne Prüfung überall einsetzbar“. Verdeckte Feuchtigkeit, Leckagen von unten und konstruktive Feuchtequellen müssen zuerst verstanden werden.
ONE® und feuchte Bedingungen
Winkler positioniert ONE® ausdrücklich für anspruchsvolle Bedingungen. Laut Produktinformation kann das System auf feuchten oder nassen Oberflächen sowie ab 0°C verarbeitet werden. Die Membran ist außerdem dampfdurchlässig.
Das kann die Planung von Sanierungsprojekten flexibler machen. Der Untergrund muss dennoch sauber, stabil und frei von haftungsmindernden Stoffen sein.
2.0 und Restfeuchte
Für 2.0 gibt Winkler an, dass eine Verarbeitung auf Untergründen mit bis zu 8% Restfeuchte möglich ist. Gleichzeitig warnt der Hersteller ausdrücklich davor, verdeckte Feuchtigkeit zu ignorieren, da sich Dampfdruck aufbauen kann.
Diese Unterscheidung ist entscheidend: an der Oberfläche gemessene Restfeuchte beschreibt nicht automatisch die Situation tiefer im Dach- oder Bodenaufbau.
Praktische Prüfpunkte
- Feuchtequelle bestimmen: Baufeuchte, Leckage, Kondensation oder aufsteigende Feuchtigkeit.
- Lockere und verunreinigte Bestandteile vollständig entfernen.
- Festigkeit und Zusammenhalt des Untergrunds prüfen.
- Feuchtigkeit nach Möglichkeit messen und eine Probefläche anlegen.
- Vom Hersteller vorgeschriebene Armierungen, Primer und Zubehör verwenden.
- Temperatur und Wetterprognose während Verarbeitung und Aushärtung berücksichtigen.
Quellen
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